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„Werziade“ – was ist das eigentlich? (II)
Fortsetzung der Hintergrundgeschichte von Herbert Werz

Die veränderte Kadenz und ihre Folgen

Erinnert ihr Euch noch an die letzte Geschichte? Die Fortsetzung dieser wahren Geschichte - oder doch ein Märchen? - nimmt ihren Lauf. Wie Ihr schon gemerkt habt, sind wir alle beim „Du“ angelangt. Fritz, Helga, Peter (ein Frisörkollege), Marlies, Erwin und ich waren wieder in Kenya bei den Elefanten und allem, was kleiner ist. Geplant hatte ich eine „raue“ Zeltsafari. Jeden Tag das Zelt auf- und abbauen, Einkaufen unserer Nahrungsmittel in Dörfern, Holz sammeln zum Grillen und fürs Lagerfeuer, ja und dann den Sonnenuntergang genießen und den magischen Sternenhimmel mit dem Kreuz des Südens.

Schon in der ersten Nacht ein gewaltiges Erlebnis: Sechs Uhr morgens geht bei Fritz das Zelt auf, Kopf raus, aber gleich wieder rein. Wir hören ihn rufen: „Helga, Helga, wir sind mit einem Verrückten unterwegs.“ - Da haben wir es wieder. Nur wenige Meter neben unseren Zelten stand ein riesiger Elefant mit seiner ganzen Familie, und das nicht etwa im Zoo eingesperrt, sondern in „ihrem Garten“, der Buschsavanne Kenyas. Nachdem unser Fahrer, der im Auto übernachtet hatte, den Motor laufen ließ, trotteten sie widerwillig weg.

Einmal waren wir von Hippos eingekreist. Die kommen nachts zum Fressen an Land - und natürlich war das beste Gras genau bei unseren Zelten. In Dörfern erlebten wir Stammestänze. Wir waren alle fasziniert von diesen Menschen und wie sie mit ihrer Umwelt umgehen. Ja, Natur pur war unsere Safari. Lange schon war mein Wunsch an Fritz, unsere gemeinsamen Afrikaerlebnisse zu vertonen. Immer wieder haben wir Geräusche und Tierstimmen besprochen und notiert - meine Notierungen aber kamen nie in die engere Wahl, da habt ihr gerade noch mal Glück gehabt!

Wohlbehalten kehrten wir nach einer Woche vom afrikanischen Busch und abseits von allem Üblichen in unsere Lodge am Strand des Indischen Ozeans zurück. Am nächsten Tag fragte mich Fritz: „Herbertle, hast Du heute schon Deine Haare gewaschen?“ Ich bejahte. Dann wurde mir in der Mitte der Lodge ein Stuhl angeboten, und ich war gespannt, was jetzt passieren würde. Zuerst kam mein Frisörkollege Peter mit meinem Handwerkszeug - das hat er mir heimlich geklaut. Dann Fritz mit einem Umhang. Er legte ihn fachmännisch um. Peter gab ihm Kamm und Effilierschere - die ist nur zum Ausdünnen, da kann nicht so viel passieren. Fritz legte los und teilte die Haare ab. Da merkte ich schon, dass er mit Peter heimlich im Zelt geübt hatte. Dann aber verlangte er die scharfe Schere. Ganz oben am Haaransatz des Vorderkopfes setzte er an, und schwupp - radikal ab. Das machte er drei Mal und ich hatte ein Riesenloch auf der Stirn.

Fritz schaute genüsslich auf sein Werk und sagte: „So, Herbertle, das war Deine Kadenz!“ Das saß auch! Jetzt hat jeder einmal dem Anderen so richtig ins Handwerk gepfuscht. Wenn ich wahrscheinlich auch verdutzt dreingeschaut habe, so war es die wohlüberlegte und gelungenste Retourkutsche. Einfach genial Fritz - aber bei mir sah man es drei Monate lang.

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